Mittwoch, 21. Dezember 2016

Urs Sigrist: maisons détrictus

Urs Sigrist: maisons détrictus

 gips – objekte – grösse ca 1.0mx1.0m

gegossene häuser aus abfallbehälter zu einer stadt formiert.


nach wie vor wir viel und rasch gebaut.
vieles entsteht aus einem bedürfniss nach den eigenen vier wänden.
grüne landflächen verschwinden und wo ein haus steht, da steht schon bald das
zweite, das dritte folgt und auch das vierte, fünte, zehnte, zwanzigste.....
hundert häuser in rei und glied zu einer stadt gebaut und was bleibt.
menschen besiedeln die wohnblöcke, halten kurz inne und verschwinden rasch
in ihre vier wände, trautes heim, glück allein.
häuser weiss wie geister, fahl und matt, von innen flimmern nur die farben des
grossen flachbildschirm, ohne rythmus abgehackt,
häuser gebaut als hülle, tod und starr.
wie lange stehen sie da, wie lange werden sie bewohnt, sind nur sie auch ein
kleidungsstück was schon bald wieder weggeworfen wird?
gaubaut aus resten der zivilisation, dinosaurier.
noch sind sie weiss, geordnet nach dem plan des architekten.
hat er lieblos die blöcke aneinder gereit oder ist system dahinter.
wie ist wohl die form entstanden?
wo bleibt der platz für farbe, wo der platz zum draussen spielen.
wo sind die städte aus unseren träumen geblieben?
wird weiss nun grau?
lasst uns umfug machen, objekte verschieben und mit farbe bemalen.
fehlt der mut, oder sind wir bereits selbst zu gipsfiguren geworden und lassen
uns vom architekten verschieben.
weiss und starr ist doch nur der narr.


www.urssigrist.ch

Dienstag, 20. Dezember 2016

Fabian Suter Projekt: "Treppe ins Ungewisse"

"Treppe ins Ungewisse"

Art: Installation + fotografische Dokumentation mit Modell

Installation
Einführung
"Aarau verändert sich. Neue Bauten, die geplant oder schon gebaut sind, gefallen mir auf den
ersten Blick nicht. Da kommt es gerade gelegen etwas Kritik zu üben. Mich dünkt der
Zwischenraum kommt immer zu kurz. Wenn Aarau sich einen Platz wie den beim Opernhaus
Zürich gönnen würde, würde meine Kritik verstummen."

Konkrete Kritik
Beispiel 1: Areal Bahnhofplatz
Auf die "Wolke" hätte man gut verzichten können, ausser darum herum wären keine
anderen Bauten. Der Mix der daran anliegenden Gebäude hat kein Konzept. Das
Postgebäude kommt nicht mehr zur Geltung, obschon es das schönste Gebäude
dort wäre. Das Langhaus mag ästhetisch überzeugen, aber die Nutzbarkeit ist
unangemessen, ist nicht durchlässig. Die grösste Uhr der Schweiz ist
absolut überflüssig.

Beispiel 2: Areal Schlossplatz
Mit dem neuen Anbau vom Schlössli hat das Raumgefühl enorm an Kraft verloren.
Die Sicht auf den Jura fehlt jetzt gänzlich. Die Architektur und Fassade überzeugt
nicht mal ein Kleinkind.

Beispiel 3: Areal Färberplatz
Was soll eine Markthalle mit der alle unzufrieden sind, weil sie nur beschränkt
nutzbar ist? Sie pfercht sich in diesen Platz, passt sich an die Umgebung (Form des
Färberplatzes) zwar an, doch damit fühlt sich alles eng an.

Beispiel 4: Areal Casinopark
Müssig der Anblick des Bio-Fairtrade-Trendcafés. Das Gebäude gehört einfach
nicht hier hin. Der Spielplatz für Kinder ist teilweise nicht mal kindertauglich!

Neue Lösungsansätze
Plätze sind für das Wohlfühlen der Menschen wichtig. Eine Stadt braucht Plätze. Plätze, die den
Geist ruhen lassen.

Vorschlag: Begrünung der Plätze. Und weniger ist mehr.

Umsetzung: Abriss der Wolke (evtl. Umsiedelung). Abriss der Markthalle. Vereinfachungen
anstreben. Öffentliche, mobile Gemüsebeete einrichten.

Projekt : "Treppe ins Ungewisse" (Installat
Nun, Noseland ist begrünt, doch da hat es meist keine Leute, deshalb muss Architektur hin.
Und zwar unnütze Architektur. Unnütze Architektur, so wie sie auch in Aarau angestrebt wird. Eine
Treppe in den Himmel, zwar nicht begehbar, aber formal auf den Punkt gebracht.
Fotografische Dokumentation mit Modell (Galerie Noseland)
Entwürfe, wie man die "Treppe ins Ungewisse" auch noch hätte auf dem Gelände umsetzen
können.
Das Modell soll dem Betrachter die Möglichkeit bieten, selbst einen Entwurf für den Aufbau zu
entwerfen.
Modelle

Sonntag, 18. Dezember 2016

Konzept von Zentrumskünstlerin Daniela de Maddalena

Infinitely listening: New Aarau

Daniela de Maddalena erhebt das Symbol der Unendlichkeit (Lemniskate) zum städteplanerischen Konzept ihrer Vision von New Aarau.
Skizze
Die Lemniskate verkörpert hier als Metapher einen ideellen Wert, ist Sinnbild für eine Mischung aus Dualität und Ambivalenz. Angesagt ist Zusammenleben, Koexistenz, Einheit in der Dualität! Das Zentrum der Stadt wird durch den Schnittpunkt der Linien des Unendlichkeitszeichens gebildet. Die gesamte Planung von New Aarau ist darauf ausgerichtet, gesellschaftspolitische Ziele durch das Zuhören zu ermöglichen, welches eine grundlegende Voraussetzung für das Zusammenleben der Menschen ist. Die inneren und äusseren Gegensätze bilden die für das Leben notwendige Spannung, die möglichst spielerisch in Balance gehalten werden will. Im Schnittpunkt der Linien treffen sich alle. Hierher kehren sie immer wieder zurück, um durch Zuhören zu verstehen.
Zuhörzentrum

Eine Lemniskate auf Noseland, zusammengesetzt aus runden Holzpfählen, welche in regelmässigem Abstand ca. 1.5m aus dem Boden ragen, erinnert entfernt an die Palisadenbauten von Siedlern, welche den Grundriss ihrer Siedlung damit markierten und diese befriedeten. Die sehr abstrahierte Version eines städtebaulichen Konzepts wirft Fragen auf, welche in der Galerie Noseland teilweise von der Künstlerin mit weiteren Arbeiten beantwortet werden. Letztendlich ist es aber der Phantasie der Besucher überlassen, sich eine Welt auszudenken, welche auf dem Zeichen der Unendlichkeit, auf dem Spiel mit der Welt der Ideen beruht.
Zurück auf Noseland wird sich wohl der eine oder andere Besucher, der Einladung folgend, auf einen der vier einfachen Hocker setzen, welche im Zentrum der Unendlichkeit stehen, um den Anderen zuzuhören.

www.arthopper.ch

Sonntag, 11. Dezember 2016

Vorabend 2016

Der übliche Vorabend, 2016 zu 'Building New Aarau', in der Garage in Aarau, diesmal mit Dominik Lipp




und Bernd Brecht
sowie Dominique Starck & Marco Käppeli

und hier ein kurzer Videoeinblick:

Samstag, 10. Dezember 2016

NNZ 2016

Wie jedes Jahr ein bisschen Rechenschaftsbericht:
und natürlich der Katalog zur Ausstellung 'Building New Aaarau':

Samstag, 3. Dezember 2016

Aufbau 'Building New Aarau'

Seit gestern stellen die Künstler ihre Visionen für New Aarau auf:
Plan von Daniela de Maddalena
Modellausschnitt von Fabian Suter
Detail von Stefan Bucher-Twerenbold
Detail von Albert Suana

Freitag, 2. Dezember 2016

Schon Kolumbus gescheitert!

Andreas Dietsch, der 1844/45 mit seinem Projekt 'New  Aarau' in Amerika grossartig scheiterte, muss sich nicht schämen: schon Kolumbus musste seine Kolonie 'La Isabela' wieder aufgeben:

1494, wie Kolumbus auf seiner zweiten Reise nach Amerika zurückkehrt, will er die Kolonie 'La Isabela' auf der Insel Hispaniola (heutige Dominikanische Republik) bauen und Gold suchen.
Das Experiment überdauert 4 Jahre, Wirbelstürme töten viele der Bewohner. Auf der Insel leben schon ca. 1 Million Taino, die Indianer sind vorerst freundlich gestimmt, versorgen die Siedler mit Essen und sind ohne Argwohn.
1495 wütet ein gewaltiger Hurrikan. Der Platz der Kolonie erwies sich als schlecht, zu wenig Ernte und zu wenig Gold. In der Folge wurden die Indianer versklavt, um mehr Geld zu bekommen, die Freien müssen Steuern in Goldform zahlen. Die Freundschaft geht zu Ende, es kommt zu Übergriffen auf Taino-Frauen und zum Krieg.
Die Europäer erwiesen sich als zu wenig vorbereitet, zu wenig anpassungsfähig, das Saatgut keimte nicht. Hunger, Vitamin C Mangel und Skorbut waren die Folgen.
Es stellt sich die Frage, warum die lokalen Ressourcen nicht genutzt wurden?
Die Taino gehen tragischerweise unter und Kolumbus kehrt 1496 zurück.
Christopher Kolumbus